Nachlassverzeichnis

Ein Nachlassverzeichnis kann man notariell oder privat errichten, um den Anspruch eines Pflichtteilsberechtigten zu errechnen. Es dienst ebenso zur Feststellung, ob ein Erbe überschuldet ist oder nicht.

Enterbte Pflichtteilsberechtigte Familienmitglieder können die Vorlage eines gründlichen aufgenommenen Nachlassverzeichnisses vom Erben verlangen. Die Auflistung des Nachlassverzeichnisses macht ebenso Sinn, man kann sich damit über den Wert des Nachlasses ein genaues Bild verschaffen. Bei Erbstreitigkeiten werden Nachlassverzeichnisse durch Notare oder durch den Pflichtteilsberechtigen und den Erben selbst errichtet.

Nachlassverzeichnis

Nachlassverzeichnis – die Form der Auflistung

Wenn der Erblasser und hat seine Ehefrau ein Berliner Testament aufgesetzt haben, wurde in der Regel der Überlebende von beiden als Alleinerbe eingesetzt. Die eventuell vorhandenen Kinder sind in dieser Testamentsform meist enterbt. Sie könnten allerdings den Pflichtteil gegenüber dem zweiten Elternteil geltend machen. Zur Ermittlung des Erbwertes können sie die Vorlage eines, auch vom Notar aufgenommenen, Nachlassverzeichnisses wünschen. Dem Wunsch muss entsprochen werden, denn durch das Nachlassverzeichnis haben enterbte Kinder fundiert die Möglichkeit, ihre Pflichtanteilsrechte einzufordern. Nur wenn Pflichtteilsberechtigte wissen, welchen Wert der Nachlass hat, sind sie in der Lage, den Geldanspruch in der richtigen Höhe zu fordern.

Nachlassverzeichnis bei Überschuldung des Erbes

Die Nachlassvollstreckung kann als Sicherungsmaßnahme gegen berechtigte Ansprüche von Schuldnern im Interesse des/der Erben vom Nachlassgericht auf  Antrag angeordnet werden. Das Gericht legt in der Anordnung den beauftragten Wirkungskreis des Vollstreckers, bezogen auf den Einzelfall fest. Der Aufgabenkreis kann hierbei sowohl weit gefasst oder auch eng, nur auf die Verwaltung einzelner Nachlassgegenstände, beschränkt sein. Der Nachlasspfleger kann grundsätzlich von den Erben bei groben Fehlern oder Pflichtverletzungen auf Schadenersatz verklagt werden. Er muss beim Nachlassgericht zu Beginn der Tätigkeit ein korrektes und vollständiges Nachlassverzeichnis (§ 1802 BGB) vorlegen. Die Erben haben einen Anspruch auf jegliche Auskünfte an das Nachlassgericht. Sie haben zudem ein Recht auf Anwesenheit bei der Aufnahme des Nachlassverzeichnisses, auch wenn dies durch einen Notar geschieht.

Nachlassverzeichnis – BGB § 2215 (Auszug)

(1) Der Testamentsvollstrecker hat dem Erben unverzüglich nach der Annahme des Amts ein Verzeichnis der seiner Verwaltung unterliegenden Nachlassgegenstände und der bekannten Nachlassverbindlichkeiten mitzuteilen und ihm die zur Aufnahme des Inventars sonst erforderliche Beihilfe zu leisten.

(2) Das Verzeichnis ist mit der Angabe des Tages der Aufnahme zu versehen und von dem Testamentsvollstrecker zu unterzeichnen; der Testamentsvollstrecker hat auf Verlangen die Unterzeichnung öffentlich beglaubigen zu lassen.

(3) Der Erbe kann verlangen, dass er bei der Aufnahme des Verzeichnisses zugezogen wird.

(4) Der Vollstrecker ist berechtigt und auf Verlangen des Erben verpflichtet, das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufnehmen zu lassen.

(5) Die Kosten der Aufnahme und der Beglaubigung fallen dem Nachlass zur Last.

Nachlassverzeichnis Fazit:

Im Nachlassverzeichnis werden sämtliche Nachlassgegenstände angezeigt. Auch die Angaben zum Wert werden aufgelistet. Die Erben sind durch dieses Verzeichnis in der Lage, über den Nachlass genauestens Auskunft zu erteilen. Zahlungsverpflichtungen werden ebenfalls im Nachlassverzeichnis gelistet. Hierzu zählen natürlich auch die Rechnungen für die Bestattung und die dazugehörige Grabpflege. Alle entstehenden Kosten für die Feststellung des Wertes und der Nachlassverwertung sowie die Ausbezahlung der berechtigten Pflichtteilsansprüche, das Aushändigen der Vermächtnisse und die Erfüllung von Auflagen. Gerade bei überschuldeten Nachlässen ist ein Nachlassverzeichnis unerlässlich.

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