Erbenermittlung

Wenn man erbt muss man sich entscheiden, ob man das Erbe ausschlagen oder annehmen möchte. Diese Entscheidung wird meist davon abhängen, ob das Erbe auch einen Vorteil oder nur Nachteile bringt. Wenn man durch ein Testament geerbt hat und zusätzlich zum Bereich der Pflichtanteilsberechtigten gehört, könnte es auch eine Option sein, das Erbe auszuschlagen und lediglich den Pflichtteil geltend zu machen. Auch persönliche Ablehnungsgründe könnten ausschlaggebend sein bei der Entscheidung zur Erbausschlagung. Bis zur endgültigen Ausschlagung befindet man sich im Status eines so genannten vorläufigen Erben.

Erbenermittlung

Die Erbenermittlung befasst sich mit der Auffindung von unauffindbaren Erben im In- und Ausland. Wenn nach zahlreichen Ausschlagungen kein Erbe mehr vorhanden ist fallen herrenlose Nachlässe an die Staatskasse. Seriöse und professionelle Erbenermittler können in der Regel sehr gute Erfolge vorweisen. Häufig sind schon wenige Monate nach der Beauftragung die notwendigen Unterlagen zur Belegung des Erbscheinsantrages vorhanden. Nur bei äußerst kompliziert gelagerten Fällen ist ein längerer Zeitraum nötig, um die erforderlichen Urkunden zu beschaffen.

Zu Beginn der Erbenermittlung waren hauptsächlich Detekteien, Genealogen und Familienforscher mit dieser Tätigkeit betraut. Sie wurden im Regelfall von den Mitgliedern einer unvollständigen Erbengemeinschaft mit der Ermittlung der verschollenen Miterben beauftragt. In der heutigen Zeit werden die professionellen Erbenermittler überwiegend direkt vom Nachlassgericht eingeschaltet. Im Regelfall erfordert die Erbenermittlung hohe fachliche Qualifikationen. Diese sind neben einer genealogischen Erfahrung oft auch ein Hochschulabschluss und Kenntnisse über das nationale und internationale Erbrecht, das Liegenschaftsrecht bei Immobilien, das Steuerrecht sowie das Recht der Freiwilligen Gerichtsbarkeit. Zur Auffindung nutzen die Ermittler moderne Informationsmethoden und arbeiten zudem mit Fachleuten aus vielen Ländern zusammen.

Ein gutes Erbenermittlungsinstitut garantiert den Kunden Kompetenz und Erfahrung bei der Suche nach den Erben. Von den standesamtlichen und den Kirchenbüchern bis hin zur modernen Datenbank werden Nachlasssachen wirtschaftlich abgewickelt. Die Erbenermittlung arbeitet mit Nachlassgerichten, Anwälten, Notaren und Steuerberatern und wird von diesen auch häufig beauftragt.

Nachlassgerichte, Nachlasspfleger, Testamentsvollstrecker und auch Notare haben  qualifizierte Erbenermittlungen an der Hand, von denen sie wissen, dass sie schnell und seriös bedient werden.

Kriege, Auswanderungswellen, Flucht und Vertreibungen sind häufig ursächlich für das Auseinanderbrechen der familiären Bindungen. Der Beruf des Erbenermittlers hat sich aus diesen historischen Ereignissen und dem daraus resultierenden Bedarf heraus entwickelt. Nachforschungen in diesen oft komplizierten Erbfällen setzen geschulte Kenntnisse voraus, die viele der etablierten Erbenermittlungen auch mitbringen. Erbengemeinschaften können nur geschlossen entscheiden, deshalb müssen Erbenermittler die noch fehlenden Mitglieder der nicht kompletten Gemeinschaft erst einmal finden. In solchen Fällen wird die Erbenermittlung direkt vom Nachlassgericht oder einem bestellten Nachlasspfleger eingeschaltet. Es gibt in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen sogar eine  Amts -Ermittlungspflicht.

Erbenermittlung – das Honorar

Das Erfolgshonorar wird mit dem aufgefundenen Erbanwärter vereinbart. Es richtet sich in der Regel nach dem Umfang und dem Schwierigkeitsgrad der durchgeführten Ermittlungen. Zudem richtet es sich auch nach der Höhe des Nachlasswertes.

Den Nachlassgerichten entstehen durch die Zusammenarbeit keine Kosten oder Gebühren, denn das Erfolgshonorar wird fast ausschließlich bezogen auf den Erbanteil der Erbanwärter verlangt und bezahlt. Eine vereinbarte Vergütung wird bei der Auszahlung des Erbanteiles fällig. Honorare zwischen 10 und 35 % sind bei der Erbenermittlung üblich, je nach Aufwand der Recherche. Vorauszahlungen zu leisten ist absolut unüblich, die Erbenermittlung erbringt die Leistung auf eigenes Risiko.

Ein bezahltes Honorar an die Erbenermittlung wird bei der Festlegung der Erbschaftsteuer als Verbindlichkeit zur Erlangung des Nachlasses anerkannt.

Erbenermittlung – Unterschied zum Nachlasspfleger

Der Nachlasspfleger, hat neben der Erbenermittlung einen großen Wirkungskreis. Ihm obliegt die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses. Der professionelle Erbenermittler hingegen kann sich ausschließlich mit der Erbenermittlung befassen. Diese Arbeitsteilung führt zu einer rascheren Abwicklung der Nachlasssache und das ist auf jeden Fall im Interesse aller, einschließlich der Erben.

Der gewerbliche Erbenermittler verfügt zudem über eine große Erfahrung auf dem Gebiet der Erbenermittlung. Er hat zudem Spezialkenntnisse zu geschichtlichen Ereignissen: die deutschen Siedler, beispielsweise in Osteuropa, in Amerika, und weiteren Ländern. Er weiß Bescheid zu Auswanderungen und Umsiedlungen, die in vielen Erbfällen ausschlaggebende Relevanz haben. Auch die ausgelagerten und verfilmten Standesamts- und Kirchenregister, sogar aus den Vertreibungsgebieten und deren Aufbewahrungsorte sind den Erbenermittlern bekannt. Die meisten verfügen auch über umfangreiche eigene Archivmittel, Nachschlagewerke und natürlich auch über eine hochmoderne Bürotechnik. Die Nachlassgerichte können hier auf persönliches wertvolles Wissen zurückgreifen, das in jahrzehntelangen Tätigkeiten aufgebaut werden konnte.

Erbenermittlung – Fazit

Ohne die Einschaltung eine Erbenermittlung könnten zwischen dem Erbfall und der Auseinandersetzung des Erbes einige Jahre vergehen. Erbenermittlungen arbeiten ausschließlich auf eigenes Risiko.

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