Erben und Vererben

Die wichtigste und zentrale Person ist beim Vererben der Erblasser. Er hinterlässt die Erbschaft und bestimmt aus diesem Grund nach dem deutschen Erbrecht auch, wer sein Vermögen übernehmen soll. Sämtliche Vermögenswerte, die im Erbfall übergeben werden, bilden den Nachlass, der als Gesamtes, also mit allen Pflichten und Rechten an einen Alleinerben oder eine Erbengemeinschaft übergeht.
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Erben und vererben kann man auch Schulden

Nicht nur positive oder aktive Vermögenswerte, auch Schulden gehören in die Berechnung des Nachlasses. Der potentielle Erben sollte klug überdenken, ob ein Erbe Vorteile bringt und tatsächlich angenommen oder ausgeschlagen werden sollte. Wenn man weiß, dass ein Erblasser über seine Verhältnisse gelebt hat und einen Berg Schulden hinterlässt, sollte man als Erbe auf jeden Fall vorsichtig sein und sich über den Zustand der Hinterlassenschaft ausreichend informieren. Ein Erbe haftet auf jeden Fall auch mit seinem eigenen Vermögen für die Schulden und das könnte sich als böse Falle entpuppen.

Die Auseinandersetzung beim Erben ist entscheidend davon abhängig, ob der Erblasser ein Testament zu Lebzeiten verfasst hat oder ob die gesetzliche Erbfolge greift. Ein Testament oder ein Erbvertrag wird in vollem Umfang berücksichtigt, wenn diese rechtskräftig verfasst wurden. Die gesetzliche Erbfolge steht in diesem Fall hinten an und greift nur, wenn der Erblasser grobe Widersprüche zum Gesetz angeordnet hat.

Erben und vererben – die Hilfe der Fachleute

Wenn ein Erblasser größere Vermögenswerte oder einen großen Erbenkreis hinterlässt, empfiehlt sich eigentlich immer die Niederschrift des letzten Willens. Dies kann in Form eines Testaments oder eines Erbvertrages geschehen. Damit der Wille des Erblassers auch durchgesetzt wird, kann man ihn mit Hilfe eines Notars oder Rechtsanwaltes formulieren. Dies hat auch den Vorteil der offiziellen Beglaubigung und der amtlichen Verwahrung. Wenn ein undeutlich formuliertes Testament zur Auslegungssache wird, kann dem Wunsch des Verstorbenen nicht genau entsprochen werden. Durch die Prüfung und Unterstützung der Fachleute können Ungereimtheiten frühzeitig ausgeräumt werden.

Wer sein Vermögen umsichtig vererbt, sollte sich rechtzeitig mit dem Thema erben und vererben auseinandersetzen.  Wenn ein unmissverständliches Testament vorliegt, erspart man der eigenen Familie Streitigkeiten bei den erbrechtlichen Angelegenheiten.

Erbengemeinschaft

Wenn mehrere Erben ein gemeinsames Recht an einem Nachlass teilen müssen, bilden sie mit dem Erbfall eine Erbengemeinschaft.  Dies sind oft hochexplosive Gemeinschaften, denn ganz unterschiedliche Meinungen und Interessen prallen hier aufeinander. Bei Erbengemeinschaften ist es am Besten, rasch zu einer so genannten Erbauseinandersetzung zu gelangen, denn häufig gibt es bei Erbengemeinschaften Streitigkeiten um das Erbe. Die Erbauseinandersetzung kann nach dem deutschen Erbschaftsrechts von jedem Mitglied der Gemeinschaft verlangt werden. Man versteht hierunter die Aufteilung des Nachlasses unter den Erben, die stets nach strengen Regeln (§ 2042 BGB) abläuft. Die Erbengemeinschaft ist eine so genannte gesetzliche „Gesamthandsgemeinschaft“ und alle Mitglieder sind fortan gemeinsame Eigentümer des Nachlasses. Der einzelne Miterbe darf nicht ohne die Zustimmung der Anderen eigenmächtig über einzelne Gegenstände des Nachlasses verfügen. Auch mit diesen massiven Einschränkungen sind Streitigkeiten vorprogrammiert. innerhalb der Erbengemeinschaft verantwortlich, weil jeder Miterbe andere Vorstellungen bezüglich des Nachlasses hat.

Erben und vererben – die Erbauseinandersetzung

Durch die Erbauseinandersetzung können sich die Beteiligten von der engen gemeinschaftlichen Bindung an die Erbengemeinschaft lösen. Jeder einzelne Erbe kann die Auseinandersetzung des Nachlasses verlangen.

Die Erbauseinandersetzung könnte ohne große Regulierungen vollkommen autonom von den Erben abgewickelt werden. Da die meisten Gemeinschaften jedoch zu diesem Zeitpunkt schon heillos zerstritten sind, geht es meist nicht ohne gerichtliche Beschlüsse vonstatten. Bei der eigenständigen Abwicklung könnte sich jeder Miterbe die bevorzugten Gegenstände aus dem Nachlass nehmen. Wenn jedoch eine Immobilie vorhanden ist, muss diese entweder von einem Erben übernommen oder verkauft werden. Nach Übernahme oder Verkauf erfolgt die Auszahlung der Miterben nach ihrem Erbanteil.

Rein Theoretisch wäre eine Erbauseinandersetzung ganz einfach, doch in der Praxis sieht man ein enorm hohes Konfliktpotential bei der Erbengemeinschaft. Meist werden sich die Mitglieder der Erbengemeinschaft nicht gütlich einigen und das erfordert häufig die unterstützende Tätigkeit des Nachlassgerichts. Nachlassgerichte haben die Aufgabe der Vermittlung zwischen den einzelnen Erben. Häufig gibt es auch den Fall, dass die Vermittlung des Nachlassgerichts scheitert, die Erben können jetzt nur noch ein Zivilgericht über die Erbauseinandersetzung entscheiden lassen.

Fazit: Die gerichtlichen Auseinandersetzungen und Streitigkeiten kosten sehr viel Geld und Nerven. Wenn nur die geringste Möglichkeit zur Einigung besteht, kann man sich diesen Stress beim Erben und Vererben ersparen.

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