Erbe Pflichtteil

Das Pflichtteil soll den nahen Angehörigen einen Teil des Erbes sichern. Unter einem Pflichtteil hat der Gesetzgeber den gesetzlichen Anspruch der Abkömmlinge, der Eltern des Verstorbenen und des Ehegatten (Lebenspartners) nach bestimmten Regeln festgelegt.

Ein Anspruch auf das Pflichtteil des Erben greift eigentlich nur dann, wenn der Verstorbene in seinem Testament einen nahen Angehörigen enterbt. Viele Erblasser sind geneigt, bei Familienstreitigkeiten den Berechtigten das gesetzliche Pflichtteilsrecht zu unterlaufen. Hierin sind sie jedoch durch das gesetzliche Pflichtteilsrecht in der Testierfreiheit insoweit eingeschränkt. Auch wenn man einen engen Angehörigen nicht im Testament bedenken möchte, so besteht sein gesetzliches Pflichtteilsrecht trotzdem weiter. Eine Mindestbeteiligung am Vermögen wird den nächsten Verwandten vor der Willkür des Erblassers geschützt in jedem Fall zugesichert. Ein enterbter Angehöriger kann zwar nicht Erbe werden, jedoch einen Geldanspruch gegen den oder die Erben hat ein Berechtigter in den allermeisten Fällen. Hiervon gibt es bei groben Verstößen auch Ausnahmen.

Erbe Pflichtteil

Erbe Pflichtteil wer ist berechtigt?

Die Pflichtteilsberechtigung beschränkt sich auf einen kleinen Personenkreis, den so genannten Erben der ersten Ordnung:

  • Kinder des Erblassers
  • Enkel- und Urenkelkinder des Verstorbenen
  • Der überlebende Ehepartner
  • Vater und Mutter des Erblassers
  • Eingetragene Lebenspartner

Zum Kreis der Pflichtteilsberechtigten gehören nicht:

    • entfernte Verwandte, das gilt nicht, wenn die vorrangigen Ordnungen nicht mehr leben lt. § 2309 BGB
    • Geschwister des Verstorbenen

Erbe Pflichtteil – was steht mir zu?  

Der Pflichtteil beim Erbe beträgt die Hälfte des ermittelten Wertes vom gesetzlichen Erbteil des Pflichtteilsberechtigten.

Beispielsberechnung:

Ein Familienvater hinterlässt als Erblasser eine Frau mit zwei Kindern. Ein Testament hat er nicht verfasst. Bei der Ermittlung des gesetzlichen Erbteils ist der gesetzliche Güterstand wichtig. Angenommen, die Eheleute lebten in einer Zugewinngemeinschaft, dann beträgt das Erbteil für die verwitwete Ehefrau die Hälfte des Nachlasses und auf die beiden Kinder entfällt je ein Viertel.

Wiederum angenommen, es existiert doch ein Testament und der Familienvater enterbt darin eines der Kinder, so kann es einen Zahlungsanspruch auf den Pflichtteil geltend machen und dieser beträgt ein Achtel des Nachlasswertes.

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